Kirche Goldscheuer

Öffnungszeiten

Unsere Kirche „Maria, Hilfe der Christen“ in der Merkurstraße in Kehl-Goldscheuer, deren Innenraum vom Graffiti-Künstler Stefan Strumbel neu gestaltet wurde ist ab November 2017 sonntags in der Zeit von 14.00 – 16.00 Uhr  geöffnet.

Abweichende Öffnungszeiten sind nach Absprache möglich, bitte beachten Sie die Angaben im Schaukasten.
Gruppenanfragen mit Führungen nimmt gerne das Pfarramt (Tel: 07854/221 oder arbogast@kirchen-kehl.de) oder Renate Hauer (Tel: 07854/829)

Kontakt: Pfarramt St. Arbogast, Kirchstrasse 18, 77694 Kehl-Marlen

Gottesdienstzeiten feiern wir sonntags 14-tägig um 10.45 Uhr. Die aktuellen Daten hierzu finden Sie in unseren Gemeindebrief „Brückenbogen“

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Heimat und Glaube Neugestaltung des Innenraumes

Erklärende Worte

Herzlich willkommen in der Kirche „Maria, Hilfe der Christen“! Dieser Text will Ihnen die Symbolik des neu gestalteten Innenraumes „Heimat und Glaube“erklären.
1961 begann alles mit derGrundsteinlegung auf der grünen Wiese. Zuvor gab es eine sogenannte Notkirche im Ort. Die Pfarrkirche St. Arbogaststand schon immer in Marlen. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts blühte die Wirtschaft und die Bevölkerung wuchs. Daher kam es zu diesem 1963 aus Backsteinen fertiggestellten Kirchenbau.Damals war der freistehende Glockenturm sehr umstritten.
Mehrere Anläufe die Kirche in den vergangenen Jahren zu renovieren schlugen aus den unterschiedlichsten (vor allem finanziellen) Gründen fehl. Im Jahr 2009 wurde durch den örtlchen Pfarrgemeinderat eine Spendensammelaktion durchgeführt, die zeigte, dass eine Umwand
lung der Kirche in eine Sporthalle oder Ähnliches von den Bewohner/innen nicht gewollt war.
Im Sommer 2010 erteilte das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg die Genehmigung für eine schlichte Turm- und Innenraumsanierung. Erst im Spätherbst 2010 kam durch persönliche Kontakte der Offenburger Künstler Stefan Strumbel ins Spiel. Er zeigte sich begeistert vom leergeräumten Kirchenraum und davon diesen künstlerisch mit zu gestalten. Im Januar 2011 stimmte dann der Pfarrgemeinderat, das Ordinariat und des Erzbischöflichen Bauamtes den Plänen und Entwürfen zu.

Heimatlichen Gefühlen auf der Spur

Im romanisch anmutenden waagrechten Streifenmuster an den Wänden und in den senkrecht verlaufenden Streifen ist eine Kreuzoptik zu
erkennen. Im gotischen Türrahmen im Chor öffnet sich der Raum ins Licht. Die Kraft des Kreuzes drückt sich in den Strahlen aus, die ganz
klar an den Kranz um die Taube (Symbol für den Heiligen Geist) erinnern. Die LED-Leuchten verstärken dabei die Leuchtkraft.
Hinter das Kreuz fällt ein Schatten, der, entsprechend der liturgischen Zeit, durch farblich wechselndes LED-Licht ausgeleuchtet wird.
 Über dem Kreuz beginnt eine Lichtspur, die zur Madonnendarstellung auf der Orgelempore führt. Sie schafft eine Verbindung zur
Kreuzigungsgruppe . Jesus stirbt und seine Mutter Maria und der Apostel Johannes stehen darunter. Beim Madonnenbild trägt Maria Jesus in ihrem Arm. Jesus macht dabei ein sehr ernstes und ungewohntes Gesicht, weil sein Blick in die Zukunft, auf das Kreuz gerichtet ist. Jesus hält mit seiner rechten Hand Maria am Kinn und richtet es auf und er hält sich liebevoll mit der linken Hand an der Tracht fest. Maria trägt die ortsübliche schwarze „Maschenkappe“ als Kopfbedeckung.
Damit wird sie zur „Frau aus dem Volke“, wie es in der Strophe eines bekannten Marienliedes heißt. Dieses acht Meter hohe Gemälde hat Stefan Strumbel mit Spraydosen gemalt.Türkis und Rosa sind bewusst gewählte Farben der Biedermeierzeit , die sich auch in den  Kerzenleuchtern wiederfinden.
Rechts und links des Eingangs befinden sich zwei Comic-Sprechblasen im Popart-Stil in die eine Kerze aufgestellt werden kann. Die Flamme spiegelt sich dreimal und das Kerzenlicht leuchtet – bei näherem Herangehen – unter der sich in der Sprechblase spiegelnden  Kreuzigungsgruppe. So kommt die Bitte, die Sorge, der Dank oder das Lob unter dem Kreuz zu Wort und mehrfach zur Geltung.
Direkt unter dem Kreuz befand sich bisher erhöht der steinerne Altar. Aufgrund der liturgischen Veränderungen wurde der Altar nun in Richtung Kirchenmitte gerückt. Auch der Tabernakel auf der linken Seite wurde umgesetzt und wird jetzt von vier langen Steinen getragen, die bisher die alte Kommunionbank bildeten. Das Rednerpult (Ambo) wurde völlig neu aus den Steinen der abgebrochenen Kanzel gestaltet.
Damit dienen die Steine alle ihrem ursprünglichen Sinn. Der Steinmetz Hubert Benz aus Eckartsweier hat die Fenster- und  Turmarchitekturoptik neu in den Altar und in den Ambo eingebracht und somit eine Verbindung der Elemente geschaffen.
Der Taufstein wurde ins Zentrum gerückt und aus seinem bisherigen Versteck im hinteren Kirchenbereich befreit. Er steht jetzt direkt unter dem Kreuz und in einer Linie zum Eingang in die Kirche (Taufe ist die Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen) und zum Altar. Paulus schreibt, dass wir auf den Tod Jesu Christi getauft sind, d.h. in die Auferstehung hinein, die sich hinter dem Kreuz eröffnet.
Überraschend Ausdrucksstark durch das barocke Gold wirkt der Kreuzweg. Die Fensterquadrate zeigen die Stationen des Leidens Jesu. Sein Weg ist äußerst bedeutungsvoll für uns Christen. Die Streifen, die nach oben führen, umrahmen und heben somit zusätzlich wie ein Rahmen
die Szenen in den Glasfenstern hervor.
Vorne rechts steht die 1941 gestiftete Marienfigur , die ihren Platz schon in der Notkirche hatte und seit Generationen die Goldscheurer Gläubigen begleitet. Die Figur vorne im Altar-raum stellt Elisabeth von Thüringen dar. Sie hat einen Strauß Rosen in ihrem Armen, die von einer wunderbaren Geschichte erzählen: Elisabeth teilte immer wieder ihren Reichtum, ihr Brot mit den Kranken und Armen, obwohl es ihr derSchloßherr verbot. Eines Tages erwischte er sie beim Gangvon der Burg hinunter in die Stadt. Er stellte sie zur Rede und als sie – auf seinen Befehl hin – den Korb öffnete, war er gefüllt mit Rosen und nicht wie erwartet mit Brot.
Genießen Sie den Raum, der sich Ihnen hier bietet und fühlen Sie sich göttlich oder heimatlich geborgen.
Ein Kind sagte übrigens treffend beim Betreten dieser Kirche: „Mama, hier wohnt ein König!“
Pfarrer Thomas Braunstein
Leiter der Seelsorgeeinheit Keh
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